Osterinsel

Die Steinernen Köpfe

Die monumentalen Steinköpfe haben die Osterinsel weltweit bekannt gemacht. Vermutlich waren die Moai ursprünglich Kult- oder Grabfiguren, die im Laufe der Jahrhunderte immer größer und beeindruckender wurden, um den Ruhm und den Einfluß des Verstorbenen und seines Stammes anzuzeigen. Ihnen wurde zugesprochen, dass sie mächtige geistige Energie in sich trugen, das sogenannte Mana.

Die Fremdartigkeit der Figuren hat jedoch zahlreiche Spekulationen ins Leben gerufen, die unter anderem mit dem Einfluß Außerirdischer zu tun haben.

Moais

Die steinernen Köpfe blicken über die Insel

Die großen Figuren stehen meist mit dem Rücken zu See auf Plattformen entlang der Küste, den sogenannten Ahu. Die größte von ihnen ist fast zehn Meter hoch und wiegt ungefähr 100 Tonnen - sie mit den primitiven zur Verfügung stehenden Mitteln aufzurichten muß eine enorme Leistung gewesen sein.
Dabei strebten die Einwohner damals noch nach Größerem: ein Kopf, der noch mit dem Tuffstein des Vulkans Rano Raraku verbunden ist, aus dem die meisten Figuren gefertigt wurden, hat die enorme Höhe von über zwanzig Metern. Er "regiert" über weitere 200-300 unfertige Figuren in allen Stadien der Fertigung.

Die Figuren aus Tuffstein wurden mit Beilen aus Basalt, Speerspitzen aus dem vulkanischen Glas Obsidian und bis zu vier Tonnen schweren Haarknoten aus rotem Gestein verziert, so dass alle auf der Insel vorkommenden Steinarten je nach ihrem Aussehen und ihrer Härte verwandt wurden. Die Augen wurden mit weißem Korallenkalk betont und bekamen schwarze Pupillen.

Aufbau der Köpfe

Schematische Darstellung des Aufbaus der Köpfe auf den Plattformen

Der Transport der Figuren vom Steinbruch an die Küsten bleibt rätselhaft. Diskutiert wird sowohl die Möglichkeit, sie liegend auf Baumstämmen zu bewegen und sie dann mit Hebeln und Seilen aufzurichten, als auch ein stehender Transport, bei dem wechselseitige Zugbewegungen mit Seilen die Figuren "gehen" lassen. Für letztere Theorie sprechen unter anderem einige zerbrochene Figuren an den Transportwegen. Auch eine Legende berichtet davon, die Steinwesen seien zu ihren Plätzen gegangen: zwei besondere Priester seien in der Lage gewesen, das Mana in den Kolossen so zu aktivieren, dass diese dann über die Insel wanderten, indem sie sich auf ihren Füßen halbkreisförmig drehten. Nachdem die Priester verschwanden, hätte es keine Möglichkeit mehr gegeben, die Figuren zu bewegen und die Produktion sei eingestellt worden.

Obschon diese Steinköpfe ein beeindruckendes Zeugnis der Kultur der Inselbewohner sind, zeigen sie auf der anderen Seite jedoch einen gefährlichen Hang zu Konkurrenz und Größenideen, indem immer mehr Ressourcen für die Hunderte von Bauwerken verwendet wurden und die Darstellung der Macht der Stämme eine immer größere Bedeutung gewann.