Osterinsel

Niedergang der Kultur

Vermutlich waren es die Machtstreitigkeiten, möglicherweise verbunden mit dem Problem knapper werdender Ressourcen und mangelndem Raum auf der begrenzten Insel, die schließlich zu massiven Auseinandersetzungen führten.

Geschichten zufolge kam es zu einer Schlacht zwischen den schon länger auf er Insel lebenden "Langohren" und den später zugewanderten "Kurzohren", in deren Verlauf die früheren Siedler fast völlig ausgelöscht wurden. Viele der Steinköpfe wurden als Folge dieses Konfliktes umgestürzt, Teile der Insel verwüstet.
Das Verschwinden der ursprünglichen Wälder - unter anderem gehen Theorien davon aus, dass der Bau, Transport und das Aufrichten der Steinfiguren viel Holz verschlang - brachte vermutlich enorme Nahrungsprobleme mit sich. Weder konnten Früchte geerntet, noch neue Boote für den Fischfang gebaut werden, so dass sich schließlich Kannibalismus ausbreitete.

Osterroggeveen

Die Osterinsel in alter Darstellung

Im Jahre 1722 wurde die Insel am Ostermontag von dem holländischen Kapitän Roggeveen entdeckt. Die unfreiwillige Rückkehr in die Weltgemeinschaft brachte den damals schätzungsweise 4000 Inselbewohnern - von ehemals vermutlich um die 20.000 - aber keineswegs eine Verbesserung der Lage. Die neuen Entdecker hielten die Insel und die Menschen dort in klassischem Verständnis der Kolonialherren dieser Zeit für ihr Eigentum und nutzten es entsprechend, indem sie Selbstjustiz verübten und sich mit Proviant, Sklaven und Frauen eindeckten. Um 1862 entführten Peruaner über 900 Insulaner, um sie als Sklaven auf den Guanofeldern arbeiten zu lassen. Nur fünfzehn von ihnen überlebten und wurden auf Drängen der Kirche in ihre Heimat zurück gebracht, wo sie die restliche Bevölkerung mit den tödlichen Pocken ansteckten. Das solchermaßen geschwächte Volk verlor den Rest ihrer Tradition mit den Bemühungen der Missionare, die das Christentum auf die Insel brachten.

1877, knapp 150 Jahre nach der Wiederentdeckung der Insel, lebten nur noch einhundertelf Menschen auf der Osterinsel.