Osterinsel

Geschichtsforschung und Mythen

Langsam begannen sich Geschichtswissenschaftler für das sonderbare Eiland und seine Kultur zu interessieren. Am berühmtesten ist wohl der Norweger Thor Heyerdahl, der zu beweisen versuchte, dass die Bewohner der Insel ursprünglich aus Südamerika kamen. Mit seinem nach alten Vorbildern gebauten Floß "Kon Tiki" gelang es ihm, die Strecke vom Festland bis hin zu einer anderen, 8000 Kilometer entfernten Südseeinsel zu überwinden. Genetische und linguistische Forschungen haben aber heute ergeben, dass die Ursprünge der Bevölkerung der Osterinsel wirklich aus dem polynesischem Raum kam.

Das heutige Inselmuseum sowie die Inventarisierung der Statuen und Bauwerke und eine Erforschung der ursprünglichen Sprache, Grammatik und der alten Legenden ist dem Pater Sebastian Englert zu verdanken, der von 1937 bis 1969 auf der Insel lebte.

Liegende Köpfe

Umgestürzte Steinköpfe

Verschiedene Mythen und Theorien ranken sich um die Osterinsel und ihre Bauwerke. So gab die Tatsache, dass in den Kratern Pollen von kiefernähnlichen Bäumen gefunden wurden, Anlaß zu der Spekulation, die Osterinsel wäre nur der obere Teil einer größeren, durch ein Erdbeben oder eine ähnliche Naturkatastrophe versunkenen Landmasse. Auch hierzu soll es Legenden geben, die davon berichten, dass König Hotu Matua einst über ein großes Land namens Hiva geherrscht hätte, das bei einer Art Sintflut versank, so dass nur die eine Insel übrig blieb, um die Überlebenden auf zu nehmen. Eine andere behauptet, der erzürnte Gott Uoke hätte die Landmasse mit einem "Hebelbalken" zerbrochen.

Nahe liegt es auch, die Steinstatuen und ihren Transport - gerade den bereits angesprochenen durch die beiden Priester, die das Mana beherrschen und die Figuren zum eigenständigen Gehen animieren konnten - mit Außerirdischen in Verbindung zu bringen, die auf der Insel ein Zeichen setzen wollten. Forscher, die sich mit diesem Gebiet beschäftigen, vermuten eine Art Antigravitation, möglicherweise durch Manipulationen am anormalen Magnetfeld der Insel. Ein weiterer Hinweis auf solche "himmlischen Besucher" ist in der Legende der Vogelmenschen zu finden, in denen der Gott Make Make Vögel bis zur Insel Matakiterani jagte - der ursprüngliche Name für die Osterinsel, der übersetzt "Auge, das den Himmel sieht" bedeutet.

Rongo Rongo

Die Schriftzeichen auf den alten Rongo Rongo Holztafeln sind nicht entschlüsselt

Weitere Fragen werfen Parallelen zur Baukunst, wie das mörtellose Mauern von großen Steinkonstruktionen, zu Ähnlichkeiten zwischen geschnitzten Holzskulpturen und auch zu den Überlieferungen der südamerikanischen Hochkulturen auf. Diese möglichen Verwandtschaften könnten sowohl durch das frühere existieren einer Landbrücke als auch durch die Besuche von Außerirdischen in beiden Gebieten erklärt werden. Welche Geheimnisse hinter den Steinköpfen, den Schnitzereien und den Göttersagen stecken, werden wir vermutlich niemals erforschen können, nicht zuletzt, weil die einzigen Schriftzeugnisse - in "Rongo Rongo" genannte Holzplatten geschnitzte und bislang noch nicht entschlüsselte Hieroglyphen - im Zuge der Christianisierung zum allergrößten Teil zerstört wurden. Ob die Steinstatuen mehr waren als nur der Ausdruck menschlicher Machtansprüche, werden sie demnach weiterhin für sich behalten.